Verucchio hat eine antike Seele, sogar sehr antik, veredelt von der Anwesenheit einer Kultur, die unter gewisser Hinsicht noch geheimnisvoll ist, aber sicherlich, angesichts der Zeugnisse die es hinterlassen hat, eine der außerordentlichsten Kulturen von Italien ist. Eine voretruskische Bevölkerung ließ sich hier zwischen der Hälfte des 11. Jhdts. und des 6. Jhdts. v.C. nieder. Eine verwandte Bevölkerung mit der des großen Zentrums von Villanovas (Ortschaft in der Nähe von Bologna), aber aufgrund des Reichtums und der Funde bezeichneten die Archäologen diese Kultur als "Civiltà Verucchiese" (Kultur von Verucchio). Die Reise durch die Geschichte von Verucchio beginnt daher im archäologischen Stadtmuseum, ein erstaunliches Museum aufgrund seines Sitzes in dem damaligen Kloster des Heiligen Agostinos. Hier ist ein großer Teil der Funde aufbewahrt. Vor allem Leichenausstattungen, die ab den 60er Jahren am Fuße des Felsens entdeckt wurden. Die Funde zeigen Gegenstände einer Schönheit und einer Kostbarkeit, die nicht leicht vorzustellen sind und eine wichtige internationale Bedeutung haben: nicht nur die außergewöhnlichen Urnen, aber vor allem auch die wunderschönen Juwelen, die Bernsteine, die Rüstungen und was selten vorkommt, die Holzgegenstände, unter denen ein ganzer Thron und die Stoffe, die in großer Quantität und in einem absolut einzigartigen Zustand gefunden wurden.
Aber die Prachtstücke des Bodens von Verucchio enden nicht hier, wer das Museum erreicht hat, hat bestimmt bemerkt im Herzen einer mittelalterlichen Stadt zu sein, dominiert noch von der potenten Festung des "Rocca del Sasso", die einst ein Paar mit einer anderen Befestigung bildete, mit der des "Passerello", die später zerstört und in ein Kloster umgewandelt wurde. Um die Festung hat sich ein Dorf gebildet, an das die Familie Malatesta nicht nur wegen seiner strategischen Wichtigkeit gebunden war, sondern auch deshalb da es Ort ihrer ersten wichtigen Ansiedlung nach Rimini war, welche danach auch Hauptstadt der Herrschaft war. Manche haben Verucchio in der Vergangenheit als die "Wiege der Malatesta" definiert: sicher ist, auch wenn sie aus Pennabili stammen, haben die Malatesta Verucchio als einen ihrer Fixpunkte für mehrere Jahrhunderte, vom Mittelalter zur Rennaisance, betrachtet.
Die "Rocca del Sasso" war schon um das XII Jhdt. befestigt und besaß vor dem Eingriff von Sigismono Malatesta im Jahr 1449 auch den quadratischen Turm. Sigismondo stärkte die Festigung und passte sie den neuen militärischen Bedürfnissen an, so dass sie uneinnehmbar wurde. Erst 1462 eroberte sie Federico von Montefeltro durch einen Betrug: er schickte einen falsch unterschriebenen Brief seitens Novello Malatesto, in dem er die Ankunft von Verstärkungstruppen ankündigt. Dann läßt er seine Soldaten tarnen und ganz ruhig in die Stadt eintreten. Weitere wichtige Spuren der Vergangenheit sind in der Kirche aufbewahrt. Im Inneren der Kollegiatskirche, aus dem 19. Jhdt., sind außer anderen Kunstwerken, zwei prachtvolle Kruzifixe auf dem Tisch aufbewahrt, das Ältere der beiden stammt aus der Schule von Rimini aus dem 14. Jhdt. und das Andere stammt von einem venezianischen Künstler aus dem Beginn des 15. Jhdts.. Die Kirchengemeinde von San Martino aus dem XIII. Jhdt. ist sicher einen Besuch wert. In Villa Verucchio, Richtung Talsohle, befindet sich das Franziskanerkloster, wo man ein richtiges und eigenes natürliches Monument bewundern kann, die Zypresse, die nach der Legende vom Heiligen Franziskus selbst angepflanzt wurde und ein wunderschönes Fresko, das die Kreuzigung darstellt. Verucchio bietet außerdem zahlreiche Vorstellungen an: die Augustusparade, eine historische Darstellung des Spätmittelalters, die um den 15. August stattfindet und wo das gesamte Dorf bei den Vorstellungen miteinbezogen wird, Bühnenbildausstattungen, Mittagessen auf den Plätzen und in den Tavernen; das antike Musikfestival mit italienischen und ausländischen Künstlern und dann die traditionelle Messe "de quatordg" (des 14), die sich Mitte September, mit der Verkostung von ausgezeichneten Weinen aus der Zone, abspielt.
Zurück zu
Hinterländer Rimini